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Episode 15: Guide – So startest du mit dem Verkauf auf Amazon!

Erhalte einen Leitfaden für den Einstieg in den Verkauf auf Amazon in dieser Folge des WeMarket Podcasts! Höre rein für nützliche Tipps und Strategien!

15 Jan. 2025 29Min. AudioThomas HaurumThomas Haurum

Wann hast du zuletzt deinen Umsatz verzehnfacht oder verhundertfacht?

In Zukunft wirst du an Amazon nicht vorbeikommen. Es ist eine der wenigen Plattformen, die deinen Vertrieb sprunghaft steigern kann – vorausgesetzt, du gehst es richtig an.
Aber …
• Wie startet man?
• Welche Kosten entstehen?
• Wie kalkuliert man richtig?
• … und wie groß ist das Potenzial für deine Produkte?
In der neuesten Podcast-Episode von WeMarket führen wir dich durch den Einstieg und die Stolpersteine beim Verkaufen auf Amazon.

Lese die gesamte Episode hier.

Willkommen zur fünfzehnten Episode des WeMarket Podcasts, in der wir – ich würde es tatsächlich einen Leitfaden nennen – darüber sprechen, wie man auf Amazon verkauft, ob als Podcast oder Vlog.

Bald sind wir übrigens auch auf YouTube.

 

Thomas (T): Willkommen, Jens.

 

Jens (J): Danke dir.

 

T: Du bist ja Head of Amazon hier bei WeMarket, und deshalb habe ich dich eingeladen, um einige Fragen zu klären, die viele beschäftigen. Also: Wie startet man eigentlich mit dem Verkaufen auf Amazon?

Aber lass mich anders anfangen – ich würde gerne mit der Frage einsteigen:

Welche Produkte sollte oder kann man verkaufen? Oder gibt es Produktkategorien, die nicht geeignet sind? Das könntest du sicher beantworten.

Welche Produkte kann man auf Amazon verkaufen?

J: Das kann ich.

Lass mich damit beginnen, welche Produkte ich mit Vorbehalt auf Amazon verkaufen würde.

Lebensmittel sind generell ein Thema, da es Monate im Jahr gibt, in denen … Schokolade zum Beispiel kann man nur einen Teil des Jahres bei Amazon lagern, sonst schmilzt sie.

Wein. Generell Spirituosen. Bier. Alles, was flüssig ist, erfordert besondere Aufmerksamkeit – gerade Spirituosen und Ähnliches. Flüssige Produkte müssen bestimmten Verpackungsvorschriften entsprechen. Das macht es etwas aufwändiger, ist aber natürlich machbar. Doch es gibt viele Anforderungen, die erfüllt werden müssen.

 

T: Ja, das ist ja für die Konkurrenz genauso schwierig. Das kann also auch ein Wettbewerbsvorteil sein, wenn man es schafft.

 

J: Genau. Alles rund um Medikamente zum Beispiel – das können Corona-Schnelltests sein, Masken, Desinfektionsmittel. Solche Dinge sind auch … Es ist aufwendig, aber schafft man es, ergeben sich natürlich viele Möglichkeiten.

Aber wenn du dich im Bereich Wohnen bewegst – Bettwäsche, Handtücher, alles Mögliche für die Küche und so weiter – dann bist du im Bereich Wohnungseinrichtung, und dort ist der Einstieg deutlich einfacher.

Es geht schneller, erfolgreich zu werden, und gerade in dieser Kategorie schneiden dänische Unternehmen sehr gut ab.

Die Kategorie Elektronik ist die größte auf Amazon und umfasst alles, was mit Elektronik zu tun hat. Die Konkurrenz ist dort allerdings enorm. Dennoch gibt es dänische Unternehmen, die in dieser Kategorie sehr erfolgreich sind.

 

T: Also flüssige Produkte und Lebensmittel sind schwieriger.

Und was ist mit der Größe der Produkte? Kann man Autos verkaufen?

 

J: Nein, das geht nicht. Das werden wir später noch im Zusammenhang mit Amazon FBA besprechen – also wenn die Ware bei Amazon gelagert wird und sie den Versand für dich übernehmen.

Dort gibt es bestimmte Anforderungen an Größe und Gewicht. Grundsätzlich gilt: Wenn du deine Ware bei Amazon einlagern kannst, bist du gut aufgestellt.

 

T: Ja. Und die größten Produkte … was ist das? Betten? Sofas?

 

J: Ja, Betten und Sofas gehen beispielsweise.

 

T: Vielleicht auch Fahrräder.

 

J: Ja, auch die. Es gibt also Anforderungen.

 

T: Okay, okay. Aber im Prinzip alles an physischen Waren zwischen Himmel und Erde.

 

Erfolgreicher als Hersteller oder Markeninhaber

J: Ich würde sagen, es ist immer einfacher, auf Amazon Erfolg zu haben, wenn man Hersteller oder Markeninhaber ist. Also wenn du das Produkt selbst produzierst, hast du einen enormen Vorteil.

Zum einen, weil du besser steuern kannst, wer deine Produkte verkauft und wer nicht. Aber klar, bist du Importeur eines Texas-Taschenrechners – ich weiß nicht, ob es die heute noch gibt.

 

T: Weiß ich auch nicht. Ich hatte mal einen. Habe ihn aber nicht genutzt – vor allem, weil ich nicht da war.

 

J: Genau.

In diesem Fall gibt es viele Anbieter. Da kann man einfach auf ein bestehendes Produkt aufspringen, aber dann muss man unter Umständen der günstigste Anbieter sein usw. Das kann es schwieriger machen, damit ein Geschäft aufzubauen.

 

T: Wie wäre das für den Einzelhandel? Wenn ich einen Laden in der Fußgängerzone in Ikast habe, der Texas-Taschenrechner verkauft, und ich soll die auch auf Amazon anbieten und dann noch Kommission bezahlen. Das geht doch nicht auf. Ich müsste ja Texas selbst sein, um …

 

J: Ja, das kann funktionieren. Es gibt auch Händler, die so große Mengen einkaufen, dass sie sehr gute Preise erzielen. Natürlich ist das möglich, aber es ist schwieriger und setzt voraus, dass du eine gute Marge hast, um konkurrenzfähig zu bleiben.

 

T: Als Faustregel sagst du also: Sei Markeninhaber, sei Hersteller. Oder verkaufe zumindest direkt – wenn du etwas sourcest, dann direkt aus China auf Amazon. Man sollte kein Händler oder E-Commerce sein, der nur weiterverkaufen will.

 

J: Nein, das … Also, das geht schon. Wir haben Kunden, die das tun, weil sie so groß sind, dass sie zu sehr guten Preisen einkaufen können und wettbewerbsfähig sind. Aber das ist dann auch Voraussetzung.

 

T: Gut. Also als Hintergrund: Es gibt Produkte, mit denen der Einstieg auf Amazon nicht so einfach ist. Und strategisch sollte man Markeninhaber sein. Das sind mindestens zwei wichtige Einstiegstipps.

 

Wie startet man auf Amazon?

T: Kommen wir zur eigentlichen Anleitung: Wie startet man auf Amazon? Wie fängt man an?

Nehmen wir an, ich habe Waren eingekauft. Ich habe 1.000 Hosen. Jetzt will ich sie auf Amazon verkaufen. Was mache ich, Jens?

 

J: Zuerst rufst du eine Amazon-Agentur an und fragst: „Ich habe diese 1.000 Hosen. Kann ich die auf Amazon verkaufen? Und kann ich damit Geld verdienen?“ Das hättest du eigentlich schon fragen sollen, bevor du die 1.000 gekauft hast, aber gut.

Die Agentur prüft, ob das möglich ist, und stellt fest: Ja, das geht. Du kannst tatsächlich …

 

T: Kann ich das nicht auch selbst recherchieren, ohne Agentur?

 

J: Ja, das kannst du, aber es gibt viele Variablen, die du vielleicht übersiehst. Es gibt Tools im Netz, auch von Amazon selbst, mit denen du berechnen kannst …

 

T: Ja, und für die zahlen wir hier ja auch hohe Rechnungen, oder?

 

J: Ja, das auch. Aber es gibt … Amazon hat ein Tool, da kannst du reinschauen, aber trotzdem …

 

T: Wie heißt das?

 

J: Das heißt einfach Amazon FBA Calculator, glaube ich. Wir benutzen aber unser eigenes Tool.

Mit dem FBA Calculator kannst du Verkaufspreis, Einkaufspreis, Versandkosten usw. eingeben und siehst dann, was du verdienst. Aber Amazon gibt dir keine Hinweise, wie viel Marketing du machen solltest oder wie viele Stunden du in Amazon SEO investieren musst usw.

 

T: Nach meiner Erfahrung sollte man sich immer Wissen einkaufen, aber das ist jetzt für die Zuhörer. Geht es auch alleine? Antwort: Es ist schwierig.

 

J: Es ist schwierig. Es gibt einige, die wir etwas beraten haben, die es dann allein versucht haben. Sie verkaufen auch gut, aber sie haben extrem viele Stunden investiert, um sich das Wissen anzueignen – auf unterschiedlichsten Wegen.

 

Erstelle zuerst ein Seller-Konto bei Amazon

J: Also, ja, du kontaktierst eine Agentur und klärst, ob du mit deinem Produkt Geld verdienen kannst. Ja, das geht. Dann startest du damit, ein Seller-Konto bei Amazon zu erstellen.

T: Wo mache ich das?

 

J: Das machst du über sellercentral.amazon.de (Amazon Seller Central), wenn du z. B. in Deutschland verkaufen willst. Für die USA würde ich den Einstieg nicht empfehlen. Starte mit Deutschland.

Dort klickst du dich durch und beantragst ein Seller-Konto. Du musst Angaben zu dir und deinem Unternehmen machen, eine Kopie deines Reisepasses und deiner Kontoauszüge bereithalten, damit Amazon deine Identität und Adresse prüfen kann. Dann gibst du deine Kreditkartendaten für die monatliche Gebühr von 39 Euro ein.

Danach benötigst du in der Regel auch eine deutsche Umsatzsteuer-ID, wenn du die Ware in Deutschland lagerst, außer du versendest selbst – was ich nicht empfehlen würde.

 

T: Das ist ja eine Weggabelung, oder? Zwei Möglichkeiten: selbst versenden oder nach Deutschland schicken, wofür du eine Umsatzsteuer-ID brauchst.

 

J: Ja, sobald du Waren in einem EU-Land lagerst und an Kunden im selben Land verschickst, brauchst du eine Umsatzsteuer-ID.

 

T: Okay.

 

J: Also eine Umsatzsteuer-ID, die du einträgst. Und dann gibt es noch …

 

T: Was, wenn ich keine Umsatzsteuer-ID habe? Unterstützt die Agentur dabei?

 

J: Ja. Wir erledigen das nicht selbst, aber wir haben einen sehr erfahrenen, schnellen und günstigen Partner in Deutschland für diesen Bereich.

 

T: Kannst du nochmal unterscheiden, wie das heißt, wenn ich selbst verschicke im Vergleich zu Versand nach Deutschland?

 

J: Amazon FBA bedeutet, du schickst deine Ware zu Amazon, und sie übernehmen den Versand.

 

T: Und FBA steht für?

 

J: Fulfillment by Amazon.

Dann gibt es noch Amazon FBM bzw. Merchant Fulfillment Network, wo du als Händler die Ware selbst lagerst und verschickst.

In der Anmeldung entscheidest du das noch nicht, das kommt erst bei der Produktanlage.

Aber auf jeden Fall brauchst du eine Umsatzsteuer-ID, wenn du in Deutschland lagerst. Zusätzlich wird ein LUCID-Nummer benötigt – das kommt auch bald in Dänemark, weil EU-Regelung.

Jeder, der Waren in Deutschland verkauft, egal ob auf Amazon oder anderswo, ist verpflichtet, Gebühren für die Entsorgung von Verpackungen zu zahlen.

 

T: Nur in Deutschland?

 

J: Aktuell in Deutschland und Frankreich. Das kommt aber EU-weit. Deutschland ist wie immer früh dran.

Wenn du Elektronik vertreibst, bist du auch für die ordnungsgemäße Entsorgung verantwortlich.

Das muss alles geregelt sein, bevor du bei Amazon starten kannst. Das ist relativ neu. Viele Unternehmen haben das schon, wenn sie nach Deutschland exportieren. Manche wissen es aber noch nicht, und da helfen wir natürlich beim Ablauf.

Wir übernehmen es nicht, weil das Unternehmen es selbst machen muss. Aber sobald das alles erledigt ist, ist dein Account startklar.

Lade die Produkte hoch, die du verkaufen möchtest

J: Jetzt kannst du die Produkte, die du auf Amazon verkaufen willst, hochladen.

 

T: Ja, und dann lege ich zum Beispiel rote Hosen in Größe 32-30 an – 32 in der Weite, 30 in der Länge.

 

J: Hast du so kurze Beine?

 

T: Weiß nicht. Du bist ja aus der Modebranche, ich kenne mich mit den Größen nicht so aus.

Aber ich lege die roten Hosen an und wähle für jeden Artikel aus, ob er über FBA – Fulfillment by Amazon – oder FBM laufen soll. Wie war das nochmal?

 

J: FBM oder Merchant Fulfillment Network.

 

T: Gibt es drei verschiedene Varianten?

 

J: Nein, nein. FBM steht für Fulfillment by Merchant oder Merchant Fulfillment Network. Das wird unterschiedlich genannt, ist aber das Gleiche.

 

T: Also wähle ich bei jedem Produkt, ob ich es nach Deutschland oder in die USA schicke und Amazon den Versand übernimmt – gegen Kommission und Lagergebühr – oder ob ich es selbst versende.

 

J: Genau. Das ist einfach, aber wenn du 1.000 Hosen in fünf Größen und zwei Farben hast, solltest du das für alle machen.

Sonst bleiben Hosen übrig, die du nicht verkaufst, weil Kunden bevorzugen, dass Amazon verschickt. Das ist einfach schneller und effizienter.

 

T: Woher weiß der Kunde, ob Amazon den Versand übernimmt?

 

J: Das sieht der Kunde – in Deutschland steht dort „Versand durch Amazon“.

 

T: Ja, Amazon-Kunden kennen und vertrauen dem.

 

J: Genau. Und Amazons Algorithmus bevorzugt Produkte auf Lager. So gewinnst du leichter die Buy Box.

 

T: Ja, und Amazon steuert die gesamte Wertschöpfungskette, Kundenservice, Reklamationen und alles Weitere.

 

J: Genau.

 

Buy Box auf Amazon

T: Jetzt sprichst du die Buy Box an.

 

J: Ja, ein Produkt – eine EAN-Nummer – kann nur einmal auf Amazon angelegt werden.

Das heißt, wenn du irgendwo 1.000 Levi’s 501-Jeans besorgt hast, sind die sicher bereits auf Amazon gelistet. Du kannst das Produkt nicht neu anlegen, sondern nur auf deinem Seller Account anbieten. Dem Kunden wird ein Produkt angezeigt, aber es können z. B. 25 Händler dieses Produkt anbieten.

Der Händler, der die Buy Box erhält – also der Button „In den Warenkorb“, das ist der Händler mit dem besten Preis, der besten Performance, den meisten Verkäufen, besten Bewertungen usw.

 

T: Gibt es die Buy Box nur für einen Händler?

 

J: Nur einer bekommt die Buy Box.

 

T: Das ist ja krass.

 

J: Die anderen Händler werden über einen kleinen Button unterhalb angezeigt. Der Kunde kann aktiv einen anderen auswählen, aber das machen wenige.

 

T: Das ist ein geniales System für Amazon, weil so alle um den besten Preis, schnellste Lieferung und beste Bewertungen konkurrieren. Genial.

 

J: Ja, sehr clever von Amazon.

 

T: Also „the winner takes it all“ bei der Buy Box.

 

J: Nicht ganz. Manche Kunden wählen bewusst einen anderen Händler.

 

T: Warum? Wegen eines günstigeren Preises oder schneller Lieferung …?

 

J: Es kann schon Preisunterschiede geben. Es ist nicht immer der günstigste, der die Buy Box bekommt. Vielleicht hat jemand schon mal bei einem bestimmten Händler gekauft …

 

T: Jeder Kunde hat da seine eigenen Gründe.

 

J: Genau.

 

Was kostet das?

T: Also, du sagst, es kostet 39 Euro im Monat für das Seller-Konto. Ich lege eine Hose an, will sie über Amazon FBA verkaufen, schicke 1.000 Stück nach Deutschland. Was kostet mich das?

 

J: Für jeden Verkauf zahlst du eine Provision an Amazon, je nach Kategorie zwischen 8 und 17 Prozent.

 

T: 8 bis 17 Prozent, das sind also die beiden Extreme.

 

J: Ja, meistens sind es 15 Prozent. Für jeden Verkauf zahlst du 15 Prozent des Preises an Amazon.

Dazu kommen Lager- und Versandgebühren. Die hängen von Größe, Gewicht, Lagermenge und Lagerdauer ab. Je schneller verkauft wird, desto günstiger ist es.

Im Schnitt – nehmen wir eine Hose, die drei Monate bei Amazon lagert, bevor sie verkauft wird – kostet das rund 25-30 Kronen pro Stück.

Das ist der Preis für Lagerung, Verpackung, Versand und Kundenservice.

 

T: Pro was? Pro Monat?

 

J: Nein, für die gesamte Zeit, die das Produkt drei Monate lagert und dann verkauft wird. Das kannst du vorher berechnen, sobald du die Maße und das Gewicht angibst.

 

T: Weil man die Maße und das Gewicht angibt.

 

J: Genau. Dann weiß man das.

Du solltest das vergleichen mit den Kosten, die du für Lagerung und Versand in Dänemark hast – was kostet dich das pro Monat und pro Einheit?

 

T: Viele wissen das ja gar nicht genau. Größere Unternehmen vielleicht, aber sonst kaum. Eigentlich ist Amazon da sogar noch transparenter, weil du eine genaue Rechnung bekommst. Keine Personalkosten, Miete, Strom oder Ähnliches berechnen musst.

 

J: Das ist für viele Unternehmen ein echter Augenöffner, weil sie so sehen, wie die Kosten wirklich sind. Für einige ist es überraschend teuer.

 

T: Sehr interessant. Sind unsere Kunden vor FBA effizienter als Amazon?

 

J: Weniger effizient. Sie werden durch Amazon viel kostenbewusster.

 

T: Ist es für sie günstiger, wenn Amazon pickt und packt?

 

J: Ja. Kaum jemand kann das günstiger selbst.

 

T: Arbeitet Amazon mit Robotern?

 

J: Ja, größtenteils. Vieles ist automatisiert.

Als dänisches Unternehmen kannst du ein Paar Jeans kaum für 25-30 Kronen Porto verschicken – das schaffen nur wenige. Amazon ist also definitiv günstiger.

 

Zusammenfassung des Leitfadens für den Einstieg

T: Also, wenn man den Leitfaden zusammenfasst: Hast du Produkte, geh auf sellercentral.amazon.de, lege ein Konto an, reiche alle notwendigen Unterlagen ein, um Betrug zu vermeiden, und beginne mit der Produktanlage – eventuell schicke die Waren zu Amazon.

So gesehen ist der Einstieg einfach. Aber es gibt viele Stolperfallen, Vorarbeit, Forecasting, Analysen – sonst investiert man sehr viel Zeit ohne Erfolg und weiß nicht, warum.

 

J: Ja, und ein Beispiel: Wähle die richtige Kategorie. Es gibt unzählige Kategorien auf Amazon.

Du musst von Anfang an die richtige wählen. Und hast du eine Marke namens Tex, macht es einen Unterschied, ob du TEX groß schreibst oder nur das T, oder alles klein.

Das kann später zu Problemen führen, wenn du nicht alles korrekt machst. Und: Hast du ein eingetragenes Markenzeichen? Das solltest du bei Amazon hinterlegen – das erleichtert vieles.

 

T: Man kann doch auch ein Brand Registry anlegen, oder?

 

J: Genau. Damit wirst du als Markeninhaber registriert und erhältst Zugang zu speziellen Tools, Marketingmöglichkeiten und kannst bessere Produktinformationen anlegen.

 

T: Das empfiehlt sich also. Macht man das nach der Seller Central-Anmeldung?

 

J: Ja. Sobald dein Seller Central-Account aktiv ist, beantragst du die Markenregistrierung bei Amazon. Danach legst du die Produkte an. Sonst musst du später die Produkte mit der Marke verknüpfen, was sehr aufwendig sein kann. Es ist einfacher, das gleich am Anfang zu erledigen.

 

T: Das bekomme ich auch im Büro mit – viele Probleme entstehen, weil Amazon so strikt ist. Es liegt nicht immer an Produkt oder Strategie, sondern oft an Kleinigkeiten, weil Amazon ein altes, sehr striktes System ist.

 

J: Sie sind extrem strikt und …

 

T: Man braucht einfach Erfahrung. Man muss die Fehler machen.

 

J: Ja, ich mache täglich Fehler, lerne aber auch immer dazu. Ich arbeite seit sieben Jahren mit Amazon, mit vielen Accounts und Produkten. Ich lerne immer noch jeden Tag dazu. Das ist auch unser Vorteil: Wir sind ein Team von fünf Leuten, die das alles schon erlebt haben und es von Anfang an richtig machen können.

Amazon Prime

T: Ich möchte noch kurz das Thema Prime-Kennzeichnung ansprechen: Gilt Prime nur, wenn das Produkt über FBA läuft?

 

J: Zum Thema Prime:

Amazon ist echt clever – sie haben Prime als Abomodell eingeführt. Für einen Festbetrag pro Monat bekommen Kunden Musik, Streaming, kostenlosen Versand auf Prime-Produkte usw.

Wenn ein Haushalt bei Amazon einkauft, will er natürlich Produkte mit kostenlosem Versand. Das funktioniert so, dass alle Produkte, die bei Amazon gelagert werden, automatisch Prime-Produkte sind.

Wenn du selbst verschickst, musst du strenge Anforderungen erfüllen. Es gibt viele Vorgaben, aber im Grunde ist es so gut wie unmöglich, Prime ohne FBA zu bekommen.

Sind deine Produkte bei Amazon auf Lager, sind sie Prime-Produkte – und das wählen die Kunden bevorzugt.

 

T: Wenn man also über das Merchant Network verkauft, ohne nach Deutschland zu schicken, braucht man ein sehr spezielles Produkt oder eine besondere Wettbewerbssituation, in der man praktisch konkurrenzlos ist.

 

J: Ja, du brauchst kein Prime, wenn du ein einzigartiges Produkt hast. Wir haben Kunden, die z. B. Sofas oder große Spiegel verkaufen, die nicht Prime sind und trotzdem sehr gut laufen.

Aber wenn du ein Produkt hast, das auch andere anbieten, und deren Produkte Prime sind und deins nicht, dann hast du keine Chance. Dann kannst du es auch lassen.

 

T: Amazon schafft es wirklich, die Anreize für bessere Kundenerlebnisse zu setzen. Das ist ja auch das ursprüngliche Motto von Jeff Bezos: Der Kunde steht im Mittelpunkt, oder?

 

J: Ja, das kann für Unternehmen anstrengend sein. Aber sie bieten eine Plattform, auf der du deine Produkte verkaufen kannst. Die Logistik übernehmen sie effizienter und günstiger, als du es selbst könntest.

Und sie bieten dir eine riesige Kundenbasis.

 

Wenn du schon auf Amazon bist, aber nichts verkaufst

T: Jetzt wissen wir, wie man startet. Aber was, wenn man schon auf Amazon ist, aber nichts verkauft?

Mal angenommen, die Produkte sind wettbewerbsfähig, aber es tut sich nichts. Was tun?

 

J: Dann schauen wir uns das Produkt und die Texte genau an.

Wir starten ganz einfach mit Titel und Bullet Points. Also die fünf Aufzählungspunkte, die das Produkt beschreiben.

 

T: Also Keyword-Analyse und Suchintention abgleichen.

 

J: Ja, denn das zeigt uns: Entweder bekommen die Produkte keinen Traffic, oder Kunden finden sie nicht attraktiv genug.

Fehlt der Traffic, ist meist die Amazon SEO schlecht – die Suchbegriffe, die Kunden verwenden, müssen in Titel und Bullet Points stehen.

Das ist der erste Punkt, den wir prüfen. In neun von zehn Fällen ist das schon das Problem: Es werden zu wenige relevante Suchbegriffe abgedeckt.

Dann schauen wir uns die Bilder an. Die richtigen Bilder für Amazon sind nicht unbedingt die, die für einen dänischen Online-Shop passen. Amazon verlangt z. B. ein Packshot-Bild mit weißem Hintergrund, gefolgt von Detailbildern mit Zusatzinfos, etwa bei einem Sofa die Maße direkt im Bild.

Das ist für Kunden sehr intuitiv. Sie sehen auf einen Blick, was sie wissen müssen. Es gibt einen Grund, warum Amazon eine deutlich höhere Conversion hat als andere Plattformen.

Wir optimieren daher sowohl die Texte als auch die Bilder.

 

T: Ich habe auf Amazon schon Design-Sofas gesehen, wo das zweite Bild einfach eine grobe Paint-Zeichnung mit den Maßen war. Kein Branding, kein nordisches Design. Einfach typisch Amazon, eckig, wie Windows 95 – aber es funktioniert …

 

J: Amazon ist keine Branding-Plattform, sondern verkauft für dich. Und das muss man akzeptieren. Wer das nicht kann, sollte Amazon meiden.

Natürlich kann und sollte man trotzdem Wert auf gute Produktbilder legen. Amazon verbietet das nicht.

 

T: Man sieht oft, dass dort Preis, Lieferung und die anderen harten Faktoren wichtiger sind als Branding oder Design …

 

J: Aber zurück zum Thema: Die Bilder müssen stimmen, das ist klar. Aber die Magie passiert beim Amazon SEO und bei den Keywords. Wir analysieren, wie hoch das Suchvolumen für das Produkt ist und vergleichen es mit der Konkurrenz. Oft sieht man: Eigene Produkte bekommen 10.000 Suchanfragen, die Konkurrenz 2 Millionen. Da besteht Nachholbedarf.

Wir identifizieren relevante Suchbegriffe, integrieren sie in Titel und Bullet Points und bringen das Suchvolumen so von 10.000 auf 180.000. Nach spätestens 14 Tagen kommen dann die ersten Verkäufe – das klappt immer.

 

T: Ich habe in diesem Prozess gelernt, dass die Vorarbeit enorm wichtig ist. Amazon ist zwar kompliziert und strikt, aber mit den richtigen Tools kann man den Absatz sehr gut vorhersagen. Man muss nur die Produkte und das Volumen vergleichen.

Und natürlich spielt der Preis eine Rolle. Und ob man die Waren überhaupt hinschicken kann. Kleine Unternehmen mit geringem Lagerbestand …

Wie viele Exemplare sollte man nach Deutschland schicken? Kann ich nur zwei Tassen hinschicken?

 

J: Das geht schon, aber das lohnt sich nicht. Es hängt vom Produktpreis ab und davon, wie viele Stück du pro Monat verkaufen möchtest. Manche sind mit 500 Einheiten pro Monat zufrieden, andere verkaufen 50.000.

Das ist sehr unterschiedlich. Genau da kommt unsere Erfahrung ins Spiel.

 

T: Es muss doch eine Untergrenze geben, ab wann sich Amazon überhaupt lohnt.

 

J: Es kommt nicht auf die Stückzahl an, sondern auf den Gewinn. Wenn du etwas für 500 Euro verkaufst und 300 Euro daran verdienst, reichen auch 50 Stück im Monat.

Die entscheidende Größe ist die Marge.

 

T: Empfehlung ist also: Mach die Vorarbeit richtig. Und auch wenn wir voreingenommen sind: Es lohnt sich, mit Experten zusammenzuarbeiten.

Sonst ist es extrem zeitaufwendig und man macht viele Fehler.

 

J: Wir helfen sehr gerne, aber das Wichtigste ist, dass man sich wirklich Hilfe holt. Es gibt auch viele andere kompetente Anbieter.

 

T: Die auch sehr kompetent sind!

 

J: Ganz genau. Große Empfehlung, denn wir sehen oft, dass Unternehmen scheitern, wenn sie es allein versuchen und irgendwann an die Wand fahren – es sei denn, sie haben einen Experten im Team.

Deshalb: Hole dir von Anfang an Unterstützung. Man spart enorm viel Zeit, Geld und Ressourcen.

 

T: Das war also unser Podcast-Leitfaden zum Start beim Verkauf auf Amazon.

Danke, dass du dabei warst.

 

J: Sehr gerne.

 

 

Wenn du als Zuhörer eine E-Mail möchtest, sobald es eine neue Podcast-Folge gibt, kannst du dich unter wemarket-digital.de/blog anmelden.

Danke fürs Zuhören.

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