Zurück
E-commerce Marketplaces Uncategorized

Episode 17: Amazon-Optimierung: Von SEO-Strategie bis zu KI-Algorithmen

Entdecke in dieser Folge des WeMarket Podcasts, wie du Amazon von der SEO-Strategie bis zu KI-Algorithmen optimierst! Höre rein für wertvolle Tipps zur Sichtbarkeit!

25 Jan. 2025 22Min. AudioJens VittrupJens Vittrup

Amazon-Optimierung: Von SEO-Strategie bis zu KI-Algorithmen

In der heutigen Episode sprechen wir über verschiedene Strategien und Ansätze zur Optimierung von Produktseiten auf Amazon, um bessere Platzierungen in den Suchergebnissen zu erreichen und somit den Umsatz zu steigern. Wir beleuchten die Bedeutung relevanter Suchbegriffe in Produktbeschreibungen, Titeln und Bulletpoints sowie die Identifikation dieser Keywords durch Markt- und Wettbewerbsanalyse. Außerdem diskutieren wir Änderungen im Amazon-Algorithmus, insbesondere die Tendenz, kürzere und präzisere Titel gegenüber mit Keywords überladenen Titeln zu bevorzugen. Auch der Einsatz von KI (Künstliche Intelligenz) in Amazons Algorithmus und die Wichtigkeit von Tests unterschiedlicher Ansätze werden thematisiert, um herauszufinden, was am besten funktioniert.

Lese die vollständige Episode hier:

Jens (J): Willkommen zum Amazon-Podcast mit Jens & Co. Ich bin euer Gastgeber Jens und habe heute meinen Kollegen Morten dabei, unseren Head of Amazon – oder Head of Marketplaces, wie wir es nennen.

Heute sprechen wir über das spannende Thema Amazon-SEO. Also herzlich willkommen, Morten.

Morten (M): Vielen Dank, Jens.

J: Morten, wenn wir mit Kunden sprechen, gibt es ein Thema, das wir immer wieder betonen und erklären möchten: Was Amazon-SEO eigentlich bedeutet. Kannst du das kurz erläutern?

Das gute organische Wachstum durch Amazon-SEO

M: Ja, das kann ich gerne erklären. Die meisten, mit denen wir sprechen, kennen bereits das Konzept SEO, da sie es von Google und anderen Plattformen gewohnt sind. Im Grunde genommen funktioniert es auf Amazon ähnlich.

SEO bedeutet, Texte rund um deine Produkte zu schreiben, mit dem Ziel, bei den Suchanfragen der Kunden möglichst weit oben zu erscheinen. Es geht also darum, Text zu erstellen – bei Amazon sind das Titel, Bulletpoints und Produktbeschreibungen. Wichtig ist die Analyse, ähnlich wie bei Google: Worauf wird gesucht? Wie integriere ich das in meine Titel? Welche Suchbegriffe sind strategisch relevant?

J: Genau, für ein Produkt gibt es viele verschiedene Suchbegriffe, die für Kunden relevant sein können. Ziel ist es, organisch möglichst weit oben zu erscheinen, denn wie bei Google gilt: Je weiter oben du stehst, desto mehr Traffic und Umsatz erzielst du.

M: Absolut. Das organische Wachstum ist entscheidend, denn diese Verkäufe sind im Prinzip kostenfrei.

Praktischer Ansatz: Konkurrenzanalyse und die Suchzeile nutzen

J: Du hast Titel und Bulletpoints erwähnt. Auf Amazon hat jedes Produkt einen Titel, in dem man Informationen über das Produkt unterbringen kann, sowie Bulletpoints – das sind fünf kurze Produktbeschreibungen. In Titeln und Bulletpoints geht es darum, die Vorteile des Produkts hervorzuheben und relevante Suchbegriffe zu integrieren. Aber wie findet man heraus, welche Keywords geeignet sind?

M: Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Ich würde zunächst das eigene Produkt analysieren: Was unterscheidet es von der Konkurrenz? Schau dich auf Amazon um: Welche Wettbewerber gibt es und wie differenziert sich dein Produkt? So findest du eventuell Marktnischen, die noch nicht komplett abgedeckt sind. Überlege dir, ob dein Produkt etwas Besonderes bietet, das hervorgehoben werden sollte.

Anschließend kannst du einfach die Suchzeile nutzen – beispielsweise, wenn du „Mascara“ verkaufst, gibst du „Mascara“ ein und schaust, welche Begriffe Amazon vorschlägt. Das ist ein sehr pragmatischer Ansatz.

J: Amazon schlägt also Suchbegriffe vor, die andere Nutzer für „Mascara“ verwenden.

M: Genau, diese Vorschläge basieren darauf, was andere suchen oder was Amazon pushen möchte. Das ist manchmal eine Grauzone – es ist nicht immer klar, ob das tatsächlich die meistgesuchten Begriffe sind oder ob Amazon bestimmte Begriffe bevorzugt. Ihr Ziel ist es natürlich, attraktive Produkte zu fördern.

J: Eine Suche könnte also beispielsweise „Mascara“, „Mascara schwarz“, „Mascara braun“ sein – viele verschiedene generische Suchanfragen zu Mascara, die Amazon im Suchfeld anzeigt.

M: Genau, das können kurze oder auch Long-Tail-Suchbegriffe sein. Gerade auf dem US-Markt gibt es viele Beispiele, etwa „mascara black for sensitive eyes“. So findest du gezielt Nischen und kannst die Konkurrenz analysieren. Das ist der praktische Ansatz.

Einsatz von Drittanbieter-Tools und Fokus auf Long-Tail-Keywords

M: Wir nutzen zudem Tools wie Helium 10. Nach der ersten Recherche zum Produkt beginne ich meist mit besonders interessanten Keywords. Häufig sind die Suchbegriffe mit hohem Suchvolumen auch sehr umkämpft. Dennoch sollte man sie berücksichtigen, denn je mehr Suchvolumen, desto höher das Potenzial, sichtbar zu sein.

Spannend wird es aber bei Long-Tail-Keywords und speziellen USPs deines Produkts. Hier identifizieren wir z. B. 5-6 Suchbegriffe mit jeweils 500 bis 1.000 Suchanfragen pro Monat. Zusammen ergibt das schnell 5.000-10.000 Suchanfragen im Monat.

Wenn du dann mit einem einzigartigen Produkt unter den Top-Anbietern landest, ist das eine sehr empfehlenswerte Strategie.

J: Mit Helium 10 kannst du also das Suchvolumen relevanter Begriffe analysieren. Du kannst entweder auf Keywords mit sehr hohem Volumen und starker Konkurrenz setzen, was bei guter Platzierung zu enorm viel Traffic führt – das ist aber harte Arbeit.

Oder du wählst Keywords mit weniger Suchvolumen und geringerer Konkurrenz, wo es leichter ist, organisch weit oben zu ranken. Vorteil: Du kannst schneller gute Platzierungen erreichen, idealerweise auf Seite 1 oder in den Top 25, um davon zu profitieren.

M: Richtig. Wer diese Strategie verfolgt, kann damit sehr erfolgreich sein.

Wenn die Basis steht und du bei relevanten Keywords platziert bist, kannst du dich später an die großen Keywords mit hohem Volumen heranwagen und prüfen, wie du im Markt positioniert bist. Denn sobald du auf Amazon Verkäufe generierst, lohnt sich der nächste Schritt.

J: Ich erinnere mich an einen Fall, bei dem wir über 8-9 Monate intensiv an optimalen Inhalten gearbeitet haben: Gute Titel, Bulletpoints, die richtigen Keywords mit viel Suchvolumen, perfekte Bilder, Brand Store, A+ Content – wir haben alles gemacht, aber die erwarteten Ergebnisse blieben aus. Dann sind wir umgeschwenkt, haben gezielt Keywords mit maximal 700 Suchanfragen pro Monat gewählt und dort Top-Positionen erreicht. Sofort wurden unsere Umsatzziele erreicht.

Das zeigt, dass auch alternative Ansätze funktionieren können. Und damit kommen wir zum nächsten Punkt…

Wenn die Keyword-Analyse abgeschlossen ist, Titel, Bulletpoints und Produktbeschreibungen erstellt und relevante Keywords integriert wurden – wie arbeitet man damit im Alltag weiter? Was empfehlen wir für die Weiterentwicklung?

Amazon-SEO ist ein fortlaufender Prozess

M: Wie du schon angedeutet hast, ist SEO keine einmalige Angelegenheit. Es ist ein kontinuierlicher Prozess, der regelmäßig optimiert werden muss. Wir empfehlen feste Intervalle, zum Beispiel alle zwei Monate, um die Performance zu überprüfen. Dafür nutzen wir einen Keyword-Tracker über Helium 10.

Wir beobachten die Entwicklung der Keywords und passen sie bei Bedarf an, etwa bei saisonalen Veränderungen oder veränderten Suchgewohnheiten der Kunden. Wenn wir feststellen, dass bestimmte Begriffe stark an Bedeutung gewinnen oder verlieren, reagieren wir entsprechend.

So passen wir die Maßnahmen laufend an die aktuellen Daten und Saisons an – auch bei ganzjährigen Produkten ändern Kunden oft ihr Suchverhalten.

J: Genau – wir überwachen fortlaufend, ob das Suchvolumen stimmt und ob die Keywords, die wir tracken, in die gewünschte Richtung gehen. Wenn nicht, analysieren wir die Gründe für die Entwicklung.

Ein Beispiel: Ein Kunde im Bereich Proteinpulver hatte plötzlich einen deutlichen Umsatzrückgang, ohne dass wir Änderungen vorgenommen hatten. Die Ursache: Das Suchverhalten hatte sich geändert – statt „Protein-Shaker“ suchten Kunden jetzt „Protein-Shake“. Da unser Titel „Protein-Shaker“ enthielt, aber „Protein-Shake“ das neue Trendwort war, fiel unser Ranking. Nach der Anpassung des Titels stiegen die Verkäufe sofort wieder. Das zeigt, wie sensibel SEO auf Amazon ist und dass man ständig dranbleiben muss.

Amazons Algorithmus und Keyword Stuffing

M: Nicht nur Kunden, auch Amazon selbst verändert laufend die Funktionsweise. Vor ein paar Monaten wurden z. B. die Vorschläge in der Suchzeile angepasst, wie bei unserem Mascara-Beispiel. Plötzlich wurden andere Begriffe vorgeschlagen, weil der Algorithmus anders arbeitet. Das muss man berücksichtigen.

Amazon steuert also nicht nur die Kunden, sondern verändert auch aktiv das Suchverhalten auf der Plattform.

J: Jetzt eine etwas suggestive Frage – du befasst dich intensiv mit dem Thema. Lange Zeit galt: Je mehr Keywords, desto besser. Titel und Bulletpoints sollten zwar verständlich sein, aber oft waren sie mit Keywords überladen und sehr lang. Jetzt beobachtet ihr Veränderungen. Kannst du das näher erläutern?

M: Alle kennen Keyword Stuffing – möglichst viele Suchbegriffe unterbringen, um das Suchvolumen abzugreifen.

Gerade bei skandinavischen Kunden stoßen wir oft auf das Problem, dass sie von ihren eigenen Websites ansprechende, beschreibende Titel und Texte gewohnt sind. Aber auf Amazon zählte bisher vor allem die Keyword-Dichte, auch wenn darunter die Lesbarkeit litt. Häufig müssen wichtige Informationen ausgelassen werden, weil die Zeichenzahl begrenzt ist – dann wandern diese Inhalte in die Bulletpoints oder die Produktbeschreibung.

Aktuell sehen wir aber einen Wandel, insbesondere im Backend. Amazon gibt regelmäßig Empfehlungen zur Verbesserung der Listings. Vor kurzem erklärte ein ehemaliger Amazon-Mitarbeiter, dass es einen Grund für diese Vorschläge gibt. Auch wenn wir als Experten glauben zu wissen, was funktioniert, verfolgt Amazon mit den Empfehlungen klare Ziele.

Amazon setzt jetzt verstärkt auf Title Quality. Auch wenn man die vorgegebene Zeichenzahl nutzt, können Titel zu lang oder unpräzise sein. Amazon empfiehlt kürzere, präzisere Titel.

Die Frage ist, ob Amazon damit die Listings attraktiver machen oder die Verständlichkeit für Kunden verbessern möchte – möglicherweise, weil prägnante Titel besser konvertieren.

Ich glaube, Amazon öffnet sich für eine neue Richtung: Bessere Conversion durch verständliche, relevante Titel statt Keyword Stuffing.

J: Also zwingt Amazon die Händler dazu, kürzere Titel und Bulletpoints zu schreiben und weniger auf Keyword Stuffing zu setzen – stattdessen stehen Lesbarkeit und Relevanz für den Kunden im Fokus.

Amazons KI-Algorithmus und Split-Tests

J: Ich weiß, dass ihr getestet habt…

Amazon hat ein Testumfeld eingeführt, das Split-Tests von Titeln und Bulletpoints ermöglicht. Das ist für uns großartig, denn bisher war das nicht möglich.

Ihr testet aktuell kürzere und präzisere Titel. Was beobachtet ihr dabei?

M: Ein Punkt, den ich vorhin nicht erwähnt habe: Wenn man sich auf LinkedIn, Google oder YouTube umschaut, sieht man, dass Amazon-Experten weltweit – vor allem in den USA – über KI sprechen. Auch Amazon setzt zunehmend auf künstliche Intelligenz.

Die Experten analysieren, wie Kunden nach Titeln suchen. Es geht immer mehr darum, dass der Titel klarmacht, welchen Nutzen das Produkt bietet. Beispiel aus unserem Gespräch: „mascara for sensitive eyes“. Hat ein Kunde mehrmals nach Mascara und gereizten Augen gesucht, kann die KI das erkennen und passende Produkte anzeigen. Hier entstehen neue Muster, die genau beobachtet werden.

Zu eurem Split-Test: Wir haben das Glück, auf Amazon US mit einigen Kunden zu testen, wo das Testumfeld vollumfänglich zur Verfügung steht. In den letzten drei Monaten haben wir klassische, keyword-optimierte Titel mit neuen, stark gekürzten Titeln verglichen, wobei die Keywords nun im Backend untergebracht werden – dort gibt es neuerdings mehr Platz für Suchbegriffe.

J: Früher war die Anzahl dort stark begrenzt.

M: Genau, das Limit wurde von 250 auf 500 erhöht.

Wir haben also die Keywords aus dem Titel ins Backend verschoben und die Titel radikal gekürzt, sodass sie klar und präzise das Produkt und seine Vorteile beschreiben.

Das Ergebnis: Noch gewinnt meist der alte, längere Titel – vermutlich, weil er eine längere Vorgeschichte hat und das Experiment noch weiterlaufen muss.

Auffällig ist aber, dass der neue, kurze Titel bei „Sales From Search“ vorne liegt – also bei den Verkäufen, die direkt auf eine Suchanfrage zurückgehen.

J: Das bedeutet, der Kunde hat eine Suche durchgeführt, und unser Produkt wurde unter den ersten Suchergebnissen angezeigt.

M: Genau. Auch ohne viele Keywords konvertiert der kurze Titel bei „Sales From Search“ besser, während der alte Titel vermutlich über andere Wege, wie das Stöbern, gefunden wird.

J: Ein weiterer Punkt: Auf der Suchergebnisseite werden oft 60 Produkte angezeigt. Bei langen Titeln wird nur ein Teil angezeigt, der Rest ist abgeschnitten. Kürzere Titel hingegen sind komplett lesbar, sodass der Kunde bereits in der Übersicht alle wichtigen Informationen erhält. Das könnte die Conversion verbessern.

M: Das kann gut sein – das Produkt wirkt in der Übersicht deutlich übersichtlicher. Ich bin gespannt, wie sich das Ergebnis über einen längeren Zeitraum entwickelt. Ich rechne mit ausgeglicheneren Resultaten, wenn die neue Variante länger getestet wurde.

Fazit: Die Bedeutung von SEO und die kontinuierliche Optimierung

J: SEO ist extrem spannend – und wenn wir neue Kunden übernehmen, ist SEO immer unser erster Ansatzpunkt, nicht Werbung. Denn hier lassen sich schnell beeindruckende Ergebnisse erzielen. Wir könnten stundenlang weitersprechen, aber kurz zur Zusammenfassung und Präzisierung…

Bei Backend-Keywords geht es übrigens nicht um 250 oder 500 Wörter, sondern um 250 bzw. 500 Kilobyte – es zählt also die Zeichenanzahl.

Zusammengefasst: SEO ist auf Amazon extrem wichtig und hochdynamisch. Es kann sich täglich etwas ändern, weshalb wir empfehlen, kontinuierlich an der SEO-Optimierung zu arbeiten und regelmäßige Tests durchzuführen. Es müssen nicht immer Keywords mit dem höchsten Suchvolumen sein – auch Nischenbegriffe können zum Erfolg führen. Wichtig ist, alles zu überwachen und entsprechend zu reagieren.

Morten, hast du noch etwas zu ergänzen?

M: Eigentlich nicht – wobei, wie du sagst, könnten wir stundenlang weiterreden. Ich möchte nur hinzufügen: Das beste SEO nützt nichts, wenn Ads nicht auch berücksichtigt werden. Aber das ist ein Thema für ein andermal. Wichtig ist, SEO regelmäßig zu pflegen. Daran führt kein Weg vorbei.

J: Super. Wenn du die nächste Folge unseres Amazon-Podcasts nicht verpassen möchtest, melde dich für unseren Newsletter an. Dann erhältst du automatisch eine Benachrichtigung, sobald die neue Episode online ist. Hab einen großartigen Tag!

Möchten Sie sehen, was Ihre Konkurrenten und Ihre Branche am besten machen?

Bei WeMarket bieten wir Unternehmen einen Benchmark-Bericht an, der ihre Marketingaktivitäten mit den wichtigsten Wettbewerbern vergleicht. Sie entscheiden selbst, mit wem wir den Vergleich anstellen sollen.

Wir haben uns darauf spezialisiert, physische Produkte online zu verkaufen und Webshops zu vergrößern – und davon können Sie jetzt profitieren, auch wenn Sie noch kein Kunde sind.

Es kostet Sie nichts.

  • 1.

    Wettbewerbsanalyse

  • 2.

    Branchenpotenziale

  • 3.

    Empfehlungen