Wenn du wirbst, möchtest du natürlich sichtbar sein und die Nutzer dazu bringen, auf deine Anzeige zu klicken, damit sie auf deine Website kommen und kaufen oder das tun, was du dir wünschst.
Doch was ist, wenn alle Werbetreibenden ganz oben stehen wollen? Was macht man dann? Die Antwort findest du in diesem Beitrag. Du erhältst außerdem einige Tipps, was du tun kannst, wenn der Klickpreis zu hoch wird und warum du nicht zwangsläufig ganz oben stehen musst.
Inhaltsverzeichnis:
- Wie kommt man mit seiner Anzeige nach oben?
- Hilfe, es wird zu teuer, ganz oben zu stehen …
- Deshalb musst du nicht ganz oben stehen
- Ich stehe ganz oben, aber es kommt nicht so viel (relevanter) Traffic
1. Ich möchte mit meiner Ads Anzeige ganz oben stehen – was mache ich?
Bevor du deine Ads-Anzeigen startest, ist es gut zu wissen, dass Google Ads natürlich ein Geschäft ist: Die Anzeigen, die Nutzer zum Klicken animieren und zufriedene Kunden bringen (die finden, was sie suchen), werden bevorzugt angezeigt. Das ist auch fair.
Stell dir eine Auktion vor – das veranschaulicht gut, wie zwischen den Anzeigen ausgewählt wird.
Die Zeiten, in denen man einfach nur das Gebot erhöhen konnte (den Preis, den man pro Klick zu zahlen bereit ist), sind vorbei. Heute ist Relevanz eines der wichtigsten Kriterien.
Was bedeutet Relevanz für meine Anzeige?
Relevanz besteht beispielsweise dann, wenn der Anzeigentext das Wort „Spielzeugauto“ enthält und auf eine Seite deiner Website führt, die sich um „Spielzeugautos“ dreht. Google erkennt das inzwischen sehr gut und belohnt dich, wenn die Relevanz stimmt – mehr dazu weiter unten.
Was bestimmt die Anzeigenposition – Anzeigenrang (AdRank)
Bei der „Auktion“ achtet Google im Wesentlichen auf diese drei Elemente:
- Gebot
- Qualitätsfaktor
- erwartete Klickrate
- Anzeigenrelevanz
- Erlebnis auf der Landingpage
- Erwartete Wirkung von Anzeigenerweiterungen/-formaten
1. Gebot
Ein wichtiger Faktor bei einer Auktion ist natürlich das eigentliche Gebot. In Ads erhältst du viele Hinweise darauf, was du pro Klick voraussichtlich zahlen musst (diese Werte sind allerdings mit Vorsicht zu genießen). Auf Gebotsstrategien etc. gehe ich hier nicht näher ein, das kannst du hier nachlesen.
Wichtig ist aber: Du kannst dir nicht immer einfach eine Spitzenposition kaufen. Wie erwähnt, ist Relevanz enorm wichtig, wenn deine Anzeigen angezeigt werden sollen. Google möchte die relevantesten Anzeigen zeigen, die den Nutzer weiterbringen – sonst verliert Ads an Wert.
Hinweis: Du wirst früher oder später Vorschläge für „automatische Gebotsstrategien“ erhalten. Diese können genutzt werden, wenn du keine Zeit zur Optimierung hast. Allerdings hast du dann nicht mehr volle Kontrolle über die Gebotspreise. Das Tagesbudget kann dadurch schnell aufgebraucht sein, wenn du unbedingt ganz oben stehen willst.
2. Qualitätsfaktor
Der Qualitätsfaktor zeigt an, wie relevant und „erfolgreich“ deine Anzeige ist.
- Die erwartete Klickrate – wenn Ads deine Anzeige zeigt, erwartet Google, dass auch geklickt wird. Passiert das nicht, kann der Qualitätsfaktor sinken und der Klickpreis steigen.
- Anzeigenrelevanz – das Keyword (z. B. „Spielzeugauto“), auf das du bieten möchtest, sollte auch im Anzeigentext vorkommen. Das wird mit einem besseren Qualitätsfaktor belohnt.
- Erlebnis auf der Landingpage – wie leicht und schnell findet der Nutzer, was er sucht? Die Landingpage sollte funktionieren, schnell laden (auch mobil!) und übersichtlich sowie leicht zu navigieren sein.
3. Erwartete Wirkung von Anzeigenerweiterungen/-formaten
Du kannst deinen Anzeigen zusätzliche relevante Informationen hinzufügen, z. B. Telefonnummer, Standort oder Links zu bestimmten Unterseiten deiner Website.
Die Erweiterungen bringen mehrere Vorteile:
- Deine Anzeigen werden auffälliger (nehmen mehr Platz ein)
- Sie laden eher zum Klicken ein (verbessern die Klickrate)
Allerdings entscheidet Ads, wann sie angezeigt werden und ob sie die Effizienz steigern. Manchmal werden sie einfach nicht eingeblendet.
Hinweis: Deine Anzeigen müssen i. d. R. relativ hoch rangieren, damit Erweiterungen angezeigt werden – es handelt sich also um einen selbstverstärkenden Effekt. Erweiterungen können dir helfen, hoch zu ranken (Relevanz), müssen aber meist auch schon hoch gerankt sein, um überhaupt angezeigt zu werden.
Tipp: Behalte regelmäßig im Blick, wie sich der Qualitätsfaktor entwickelt. So erkennst du, warum deine Anzeigen an Sichtbarkeit verlieren und kannst rechtzeitig gegensteuern (Keywords > Spalte: Qual.-Faktor).
2. Hilfe, es wird zu teuer, ganz oben zu stehen …
Wird es zu teuer, ganz oben zu stehen und nähert sich der Klickpreis deinem Limit, hast du dennoch ein paar Möglichkeiten.
Beispiel: Viele suchen bei Google nach „Spielzeugautos“, aber die Konkurrenz auf dieses Keyword ist groß.
Wenn du dieses Keyword für deine Anzeige nutzt, bekommst du vermutlich viel Traffic, aber diese breite Suche bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Nutzer kaufbereit sind (konvertieren). Vielleicht recherchieren sie nur oder stöbern einfach ein wenig.
Mit diesen Methoden erhältst du (deutlich) günstigere Klickpreise:
- Präziseres Keyword – überlege, wie du dein Produkt genauer beschreiben kannst. Im Beispiel etwa „Metall-Spielzeugauto“ oder „Spielzeug-Feuerwehrauto“. Diese Keywords sind günstiger, werden aber vermutlich seltener gesucht. Dafür treffen sie genau die Suchintention, was die Kaufwahrscheinlichkeit erhöht.
- Varianten deines besten Keywords – du kannst Ads erlauben, dein Keyword mit mehr oder weniger exakten Bedeutungen abzugleichen. Teste die verschiedenen Varianten:
- exakt
- Wortgruppe
- modifiziert breit.
Ads schlägt oft vor, die Keyword-Option „breit“ zu nutzen – das sollte mit Vorsicht eingesetzt werden, da du sonst viel, aber weniger relevanten Traffic bekommen kannst.
- Lokale Ausrichtung (z. B. Maurer + Herning) – eine einfache Taktik ist die Kombination deines Keywords mit einem Ortsnamen/Region. Die Gebotspreise werden günstiger, erfordern aber mehr Aufwand für separate Kampagnen. Häufig sind dafür auch spezifische Landingpages pro Stadt/Region notwendig, um die Relevanz zu sichern.
- Setze dein Tagesbudget gezielter ein
- Tageszeiten ohne Conversions – schließe diese in den Einstellungen > Anzeigenzeitplan aus.
- Geografische Gebiete – oft gibt es Regionen, in denen wenig Verkäufe erzielt werden. Diese kannst du ausschließen oder das Gebot senken (Einstellungen > Standorte).
Tipp: Erstelle deine Kampagnen von Beginn an mit „Standort-Targeting“ – wähle z. B. die fünf Hauptregionen in Deutschland. Bei viel Traffic kannst du auf Stadtebene gehen. - Budget für teure Keywords begrenzen – manche Keywords verbrauchen schnell das Budget. Wenn sie teuer sind, kannst du der zugehörigen Kampagne ein eigenes Budget zuweisen. So gibst du günstigeren Keywords/Kampagnen eine bessere Chance.
- Dein Marken-/Firmenname als Keyword – Klickpreise auf deinen Markennamen sind meist recht günstig. Bei einer bekannten Marke bringt das viel Traffic und Conversions, ohne deine Marge zu schmälern. Dennoch empfehle ich Kampagnen auch auf generische Begriffe (z. B. Produkttyp), da du sonst alle Nutzer ausschließt, die dich nicht kennen oder sich nicht an deinen Firmennamen erinnern.
Tipp: Prüfe die Suchbegriffe, mit denen dich Besucher finden. So erkennst du, welche Keywords tatsächlich verwendet werden und findest Inspiration für neue Keywords/Kampagnen (Keywords > Suchbegriffe). Für neue Keywords kannst du gezielte Anzeigentexte erstellen, die schnell einen hohen Qualitätsfaktor (Relevanz) erzielen und damit meist günstigere Klickpreise ermöglichen.
Wichtig: Organisiere deine Keywords nach Typ: Vermeide, alle Keywords und Keyword-Optionen in einer Anzeigengruppe zu bündeln. Wenn du sie in Gruppen wie „exakt“ und „Wortgruppe/modifiziert breit“ trennst, kannst du deine Gebote gezielter steuern und dich auf die günstigeren konzentrieren.
Nutze auch andere Möglichkeiten, in der Google-Suche sichtbar zu werden – lies zum Beispiel hier: So belegen Sie vier Positionen auf der ersten Seite bei Google
3. Deshalb musst du nicht ganz oben stehen
Es ist schön, die eigene Anzeige ganz oben zu sehen – noch über den großen Marken.
Das tut dem Ego gut.
Aber was, wenn viele auf die Anzeige darunter klicken … ärgerlich.
Diese Situation kannst du für dich nutzen, indem du dich knapp unter den Konkurrenten schiebst und mit einer besseren Anzeige mehr Traffic abgreifst.
Manche Studien zeigen, dass die oberste Anzeige nicht immer den höchsten prozentualen Klickanteil (Click-Through-Rate) erhält. Das variiert jedoch je nach Branche. Der Punkt ist: Du kannst beeinflussen, wie viele auf deine Anzeige klicken.
Anzeigentexte – mehr Klicks, auch wenn du auf Platz 2 oder 3 bist
Kenne dein Produkt und deine Kunden besser als dein Konkurrent.
- Dein Produkt – was kann dein Produkt, was bietet es dem Kunden?
- Eigenschaften – z. B. Stabilität
- Vorteile – z. B. Langlebigkeit
- Nutzen – z. B. Geld sparen, Unsicherheit vermeiden
Gerade der letzte Punkt bringt viele zum Handeln. So zeigst du, was dein Produkt kann, und machst es für den Kunden persönlich und interessant.
- Deine Kunden
- Was wollen die Kunden wirklich?
- Wie wird ein Produkt wie deines genutzt?
- In welchen Situationen?
Je besser dein Wissen ist, desto besser kannst du den Anzeigentext formulieren und attraktiv gestalten.
Tipp: Häufig erzielst du eine bessere Reaktion, wenn du im Anzeigentext auf das eingehst, was man verlieren könnte, statt nur auf das, was man gewinnt – z. B. „vermeiden, dass ausverkauft ist“, „hast du auch Schlafprobleme?“, …
Inhalt – Hebe dich von anderen Anzeigen ab
Eine Zeit lang war es eine gute Taktik, einen konkreten Preis im Anzeigentext zu nennen – das kann nach wie vor sinnvoll sein.
Doch wenn alle es tun oder „xx% Rabatt“ angeben, geht deine Anzeige schnell in der Masse unter, und du möchtest wahrscheinlich keinen Rabatt-Wettbewerb führen.
Hebe dich ab – was kannst du als Alternative bieten?
Vielleicht ein attraktives Abo – oder einen besonders schnellen Service/Lieferung.
Ein Text wie „Sieh, wie günstig/unkompliziert unsere Lösung/Ratenzahlung für dich ist“ sorgt oft für viele Klicks. Danach solltest du natürlich auch halten, was du versprichst.
Gestaltung und Anzeigenformat
Ads hat breitere Anzeigenformate eingeführt, die mehr Platz bieten und mehr Informationen aufnehmen. Damit kannst du dich stärker hervorheben. Viele nutzen dieses Potenzial noch nicht.
Mach es dem Kunden einfach – Anzeigenerweiterungen
Du kannst zusätzliche Links direkt in die Anzeige einfügen (Sitelinks), die auf bestimmte Seiten deiner Website führen. Allein die visuelle Darstellung (ein Link) macht es für den Nutzer extrem einfach – man klickt oft, ohne lange zu überlegen.
Mobile Suche
Über 50% aller Suchanfragen werden auf mobilen Geräten getätigt.
Es ist jedoch nicht immer einfach, auf einem kleinen Display zu navigieren und das gewünschte Produkt zu finden – besonders unterwegs.
Tipp: Mach es dem Nutzer leicht, dich per Handy zu kontaktieren. Mit einer Anruferweiterung in der Anzeige kann der Nutzer direkt auf das Telefonsymbol klicken und wird mit dir verbunden. Einfach und praktisch.
Und noch ein Tipp …
Tipp: Bist du viel unterwegs oder kannst nicht immer ans Telefon gehen, könnte die SMS-Erweiterung eine clevere Option sein. Damit können Nutzer direkt in der Anzeige das SMS-Feld anklicken und dir eine Nachricht senden.
Gute Arbeit!
Weil du deine Anzeigen gut optimiert hast, ist dein Qualitätsfaktor gestiegen und damit auch dein Anzeigenrang – plötzlich bist du ganz oben, obwohl dein Gebot nicht auf dem Niveau deiner Konkurrenz liegt. Glückwunsch!
4. Ich stehe ganz oben, aber es kommt nicht so viel (relevanter) Traffic
Kommt über die Ads-Anzeigen viel Traffic auf deine Website, aber es gibt zu wenige Verkäufe/Conversions?
Einige grundlegende Dinge, die du prüfen solltest:
- Sind es überhaupt die richtigen Keywords, die du nutzt? „Günstiges Auto“ bringt vermutlich viel Traffic, aber vielleicht sind deine Preise nicht so günstig, wie du es kommunizierst.
Tipp: Nutze die Funktion „Suchbegriffe“ in Ads, um zu sehen, wonach Kunden tatsächlich gesucht haben, bevor sie auf deine Anzeige geklickt haben (Keywords > Suchbegriffe) - Schaffen deine Anzeigentexte die richtigen Erwartungen? Vielleicht sind deine Produkte nicht wirklich von „höchster“ Qualität – dann sei ehrlich/präzise, damit die richtigen Besucher auf deiner Seite landen.
Arbeitest du nur lokal und nicht bundesweit, dann kannst du das bereits im Anzeigentext kommunizieren. - Deine Landingpages – bist du sicher, dass der Traffic nicht relevant ist? Vielleicht nutzt du auf der Seite nicht alle Möglichkeiten, um potenzielle Kunden zu halten oder zu aktivieren. Die Conversion-Optimierung deiner Landingpages wird immer wichtiger – nicht nur, um aus deinem Traffic mehr herauszuholen, sondern auch, weil Ads dies als Qualitätskriterium (Qualitätsfaktor -> Klickpreis) bewertet.
- Ist der Verkaufsprozess länger, als du denkst, und besuchen Kunden deine Seite eventuell mehrmals, bevor sie sich entscheiden?
- Überlege, wie du potenzielle Kunden binden kannst: z. B. Download eines Ratgebers (evtl. per E-Mail), Newsletter-Anmeldung, kostenloser Rückrufservice (Support), Live-Chat auf der Website, …
- Nutze Remarketing: Anzeigen für Nutzer, die deine Website bereits besucht haben:
- z. B. Display-Anzeigen (visuell) – oft günstig, da viele Nutzer nach einer Erinnerung direkt auf die Seite zurückkehren (ohne Anzeigenklick)
- RLSA – erhöhe das Gebot auf Textanzeigen für Nutzer, die bereits auf deiner Website waren
Google bietet viele gute Tools, um interessante Keywords zu finden, aber verlasse dich auch auf deine Erfahrung und dein Gespür, wie ein Kunde suchen und fragen würde.
Tipp: Sprich mit dem Vertrieb oder dem Empfang, um zu erfahren, wie Kunden sich typischerweise ausdrücken. Vielleicht lassen sich diese Begriffe direkt als Keywords verwenden oder bringen mehr Leben in die Anzeigentexte.
Teste deine Anzeigen
Erstelle mehrere Varianten deiner Anzeigen in jeder Anzeigengruppe und prüfe, welche am besten funktionieren. Oft bewirken schon kleine Änderungen Großes. Vergiss nicht, auch die erfolgreichen Anzeigen regelmäßig zu testen.
Beachte außerdem: Auch wenn deine Anzeige gestern ganz oben war, muss das morgen nicht mehr so sein. Ads verschiebt die Anzeigenpositionen ständig, je nachdem, was gerade als am relevantesten gilt. Du kannst deine durchschnittliche Anzeigenposition in Ads prüfen (Keywords > Spalte: Durchschnittsposition)
Fazit:
Manchmal ist es einfach teuer, deine Ads-Anzeige nach oben zu bringen – auch wenn du alles richtig machst.
Hier ist deine Verkaufskompetenz gefragt: Nutze den Traffic optimal. Es ist oft leichter, einem bestehenden Kunden mehr zu verkaufen, als neue Kunden zu gewinnen.
Mit guter Kundenpflege und z. B. gezielter Kontaktaufnahme kannst du trotzdem ein profitables Geschäft erzielen – gemessen am gesamten Kundenwert (Life Time Value).
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